Ein Seesender gegen Hitler:
Der Sender der Deutschen Freiheitspartei

Eine Geschichtsreportage von Martin van der Ven


Der "Sender der Deutschen Freiheitspartei" war erste europäische und einzige deutsche Seesender. Bemerkenswerter Weise diente er einem politischen Zweck - dem Widerstand gegen das Naziregime. Als Radiomacher fungierten im Exil lebende deutsche Journalisten, die bei ihrem mutigen, aber leider nur kurzlebigen Projekt von Niederländern, Briten und Franzosen unterstützt wurden.


Der einzige deutsche Seesender. Bekanntermaßen tauchten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Radioschiffe vor Europas Küsten auf, um mit ihren Rundfunksendern Pop- und Rockmusik auszustrahlen. Die Investoren und Mitarbeiter stammten meistens aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien oder Skandinavien. Fragt man Seesenderexperten nach deutschsprachigen Mitarbeitern der in internationalen Gewässern schwimmenden Radiostationen, so werden in der Regel Rudi Kagon (Maschinist auf der Mebo II bei Radio Nordsee International), die beiden RNI-Diskjockeys Axel und Hannibal (später bekannt als Ulf Posé), Dennis King (Manager und Diskjockey bei Radio Caroline), Johnny Jason (Diskjockey bei Radio Caroline, Geburtsname Rüdiger von Etzdorf) und Jürgen Wellmann (Mechaniker bei der Voice of Peace) erinnert. Auch die Schweizer Elke, Edwin Bollier, Erwin Meister, Urs Emmenegger, Bruno Brandenberger, Kurt Baer, Victor Pelli und Eva Pfister (allesamt ebenfalls bei RNI) sind den meisten mehr oder weniger ein Begriff, schließlich auch die Österreicher Horst Reiner (RNI) und Manfred Sommer (von 1965 bis 1968 Techniker auf der MV Fredericia von Radio Caroline North). Für einige Tage während des Osterwochenendes 1999 kam dann noch das von zahlreichen deutschen Radiofreaks durchgeführte Experiment "Offshore '98" hinzu.

Aber wer kennt schon Jakob Altmaier, Ernst Langendorf oder Carl Spiecker? Dazu müssen wir uns in das Jahr 1938 zurückversetzen. Damals meldete sich der auf der Kurzwelle vom Radioschiff "Faithful Friend" operierende "Sender der Deutschen Freiheitspartei". Dieser erste europäische und einzige deutsche Seesender diente einem politischen Zweck - dem Widerstand gegen das Naziregime. Als Radiomacher fungierten im Exil lebende deutsche Journalisten, die bei ihrem mutigen, aber leider nur kurzlebigen Projekt von Niederländern, Briten und Franzosen unterstützt wurden. Drehen wir also das Rad der Geschichte noch einmal zurück...

Carl Spiecker und die Deutsche Freiheitspartei. Wir schreiben Januar 1938. In Deutschland ist Hitler schon seit 5 Jahren an der Macht, und der 2. Weltkrieg steht kurz bevor. Der zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre alte Journalist und Zentrumspolitiker Carl Spiecker lebt inzwischen seit fünf Jahren im europäischen Exil. Wer war dieser Mann?

Dr. Carl Spiecker (* 7.1.1888, † 16.11.1953) war von 1922 bis 1925 Ministerialdirektor und Pressechef der Reichsregierung und hatte 1930/31 unter der Regierung Heinrich Brüning ein Sonderreferat zur Bekämpfung des Nationalsozialismus geleitet. In der konservativen Zentrumspartei war Spiecker der eher linksorientierten Gruppe treuer Republikaner zuzuordnen, die sich um den früheren Reichskanzler Heinrich Wirth gruppierte, der zu Beginn der 30er Jahre Reichsinnenminister unter Brüning war. Nach der Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 wurde Spiecker als Staatsbeamter wegen "politischer Unzuverlässigkeit" entlassen. Er floh ins Ausland und verbrachte die Zeit bis 1945 in Frankreich und England, später in den USA und Kanada. Unter dem Pseudonym Miles Ecclesiae veröffentlichte er 1936 die Streitschrift "Hitler gegen Christus".

Vermutlich zur Jahreswende 1936/37 gründeten Otto Klepper (* 17.08.1888, † 11.05.1957) und Carl Spiecker im französischen Exil zusammen mit anderen liberal-konservativen Politikern die "Deutsche Freiheitspartei" (DFP). Im Hintergrund agierte auch Willi Münzenberg (* 14. 08.1889, † 06.1940), der bei der KPD zunehmend in Ungnade gefallen war. Es handelte sich bei der konspirativ arbeitenden Gruppierung um den Versuch eines Zusammenschlusses verschiedener politischer und konfessioneller Richtungen zu einer "Volksfront ohne Kommunisten". Ab 1938 gewannen neben Carl Spiecker vor allem Hans Albert Kluthe (* 15.7.1904, † 13.12.1970) und Dr. August Weber (* 4.2.1871, † 17.11.1957) an Einfluss. Die Partei verstand sich als nationale Freiheitsbewegung, die aus menschlichen, christlichen und nationalen Gründen der Terrorherrschaft ein Ende bereiten wollte. Man opponierte in größtmöglicher Anonymität vom Ausland aus gegen die Hitlerdiktatur, dies allerdings mit nationalem Programm und Kontakten zur Wehrmacht, den Kirchen, der Wirtschaft und zu Studentengruppen in Deutschland. Auch wenn die DFP den Anspruch erhob, eine Widerstandsbewegung innerhalb des Deutschen Reichs zu sein, muss sie doch zu den Emigrantengruppen gerechnet werden.

Am 17. Februar 1937 hatte die Pariser Tageszeitung ein erstes, von der "Reichsleitung der Deutschen Freiheitspartei" unterzeichnetes Flugblatt publiziert, das eine Volksabstimmung zu der Frage verlangte, ob Deutschland sich weiterhin am spanischen Bürgerkrieg beteiligen solle. Klepper und Spiecker verbreiteten dann ab Ende März 1937 über geheime Wege ihre "Deutschen Freiheitsbriefe", deren Zielgruppe vornehmlich die in Berlin akkreditierten Korrespondenten der ausländischen Presse waren. Erwartungsgemäß dauerte es nicht lange, bis im Sommer 1938 die Gestapo einschritt und die Vertriebsorganisation der "Freiheitsbriefe" aufdeckte. 33 vermeintliche Unterstützer wurden im August des Hochverrats angeklagt. Gleichzeitig erschien in London seit Januar 1938 und noch bis Ende 1940 die Monatsschrift „Das wahre Deutschland - Auslandsblätter der Deutschen Freiheitspartei". Die redaktionelle Leitung hatte ebenfalls der von Paris aus agierende Spiecker. Er fand in London Unterstützung durch Hans Albert Kluthe, der unter dem Pseudonym Wilhelm Westphal publizierte und der DFP einen zunehmend national-konservativen Stempel aufdrückte.

Der Sender der Deutschen Freiheitspartei und die Faithful Friend. Neben seiner publizistischen Tätigkeit entdeckte Carl Spiecker auch das Medium Radio für seine politische Tätigkeit und den Widerstand gegen das Naziregime. Ab Anfang 1938 nutzte er das in der englischen Hafenstadt Lowestoft (Grafschaft Suffolk) registrierte Schiff "Faithful Friend", um von ihm aus Radiosendungen gegen das Naziregime zu verbreiten. Es handelte sich um einen im Jahr 1913 von der Reederei Crabtree & Co in Great Yarmouth gebauten, dampfgetriebenen Fischkutter von 110 Brutto- und 38 Nettoregistertonnen. Die Schiffsmaße betrugen für die Länge 27,8 m, die Breite 6,2 m und den Tiefgang 3,2 m. Der Kutter gehörte der Gilbert & Co. Ltd. in Lowestoft, hatte die Registrierungsnummer 135743 und fuhr mit dem Kennzeichen LT33. Der mit einer Holzwand versehene Fischdampfer hatte einen Antrieb von 18,64 kW, die von einer Dreifach-Expansions-Dampfmaschine erzeugt wurden. Das Schiff hatte von 1915 bis 1919 der britischen Marine zur Verlegung von Netzen für die Verteidigung der Häfen gedient.


Der Fischkutter Faithful Friend

Der Kutter kreuzte unter britischer Flagge in internationalen Gewässern des Ärmelkanals vor der niederländischen und vor allem der nordwestfranzösischen Küste zwischen Dieppe und Cherbourg. Während der Zeit als Seesender waren jeweils acht Mann an Bord: Der Kapitän, ein Koch, vier Matrosen und Heizer (allesamt Fischer aus England), ein deutscher Journalist, der gleichzeitig als "Radiomacher" fungierte, und ein niederländischer Sendetechniker. Spieckers Radiostation „Sender der Deutschen Freiheitspartei“ wurde nämlich durch zwei Experten der VARA aus Hilversum unterstützt, die sich an Bord abwechselten. Einer von ihnen war immerhin D. J. Fruin, der Cheftechniker de VARA. Man benutzte einen Kurzwellensender, der eine Ausgangsleistung von weniger als 5 kW hatte. Die Sendeanlage soll von britischen Technikern hergerichtet worden sein. Die Vorbereitung des Projekts war unter größter Geheimhaltung erfolgt, wobei die britische Regierung zumindest offiziell nicht informiert war. Die Frequenz betrug 7842 kHz mit einer Wellenlänge von 38,26 m. Ein "Lagebericht" der Gestapo in Karlsruhe hielt zu Ende April 1938 fest, dass "der 'Freiheitssender' auf Welle 29,8 und 38,25 im Berichtsmonat verschiedentlich gehört wurde". Hierbei handelt es sich vermutlich um eine fälschliche Gleichsetzung mit dem zu diesem Zeitpunkt ebenfalls aktiven KPD-Sender "Deutscher Freiheitssender 29.8", der aus Spanien auch über Kurzwelle seine Programme verbreitete.

Die vorliegenden Quellen lassen den Schluss zu, dass Carl Spiecker als Initiator und organisatorischer wie redaktioneller Leiter der Radiostation nicht selbst an Bord des Sendeschiffes war. Er schrieb seine vorzutragenden Texte offensichtlich in Paris. Von dort wurden sie an eine Deckadresse im jeweiligen Hafen übermittelt, in dem die Faithful Friend festmachte. Häufig nahm Spiecker aber auch telefonisch Kontakt zu seinen Mitarbeiten auf, die ihn anriefen, sobald sie an Land waren.

Britische Autoren spekulieren über die finanziellen und geheimdienstlichen Hintergründe des Projekts. Genaues weiß aber bis heute niemand, zumal Carl Spiecker auch gegenüber seinen Mitarbeitern besonders verschwiegen war. Selbst seine Familie schien nur bruchstückhaft in seine Aktivitäten während des Exils eingeweiht. Spiecker musste immerhin für Nahrung und Löhne der Schiffscrew aufkommen, den Treibstoff finanzieren (Kohle für die Schiffsmaschine und Benzin für den Motor des Elektrogenerators) und die Senderausrüstung besorgen. Nun verfügte er allerdings über zahlreiche Kontakte zu britischen Untergrundorganisationen. Der ebenfalls im Exil lebende Sozialdemokrat Fritz Heine (* 6. 12.1904, † 5. Mai 2002) diente ihm vermutlich als Berater und Mittelsmann zu den Briten. Bei der Finanzierung des Seesenderprojekts könnte Sir Campbell Stuart geholfen haben, der sein Büro im Department Electra House hatte und gleichzeitig der Cable and Wireless Company vorstand. Auch Commander Kenneth Cohen von Colonel Claude Danseys geheimer "Z" Organisation des britischen Geheimdienstes SIS stand Spiecker wohl hilfreich zur Seite. Eine englische Quelle vermutet gar, der einflussreiche und wohlhabende ungarisch-britische Filmproduzent und Regisseur Alexander Korda könne Spiecker im Auftrag des SIS finanziell unterstützt haben.

Die Wirklichkeit an Bord des kleinen und unkomfortablen Sendeschiffes sah allerdings erhebliche Entbehrungen und extrem harte Lebensbedingungen für die Mitarbeiter vor, die mit ungeheurem Mut, Idealismus und Zivilcourage zur Sache gingen. Der in der Nachkriegszeit so oft beschworene europäische Gedanke wurde hier auf kleinstem Raum frühzeitig mit Leben erfüllt: Deutsche Journalisten, niederländische Techniker, englische Seeleute und französische Behörden kooperierten in einer bemerkenswerten politischen Eintracht, die in der Radiogeschichte erst 1993/94 bei dem vor der Adriaküste operierenden Seesender Radio Brod während des Jugoslawienkriegs ein vergleichbares Beispiel fand.

An Bord: Jakob Altmaier und Ernst Langendorf. Als Redakteure und Moderatoren an Bord des Sendeschiffes Faithful Friend fungierten zwei Sozialdemokraten, zu Anfang Jakob Altmaier (* 23.11.1889, † 8.2.1963) und kurz danach Ernst Langendorf (* 15.12.1907, † 7.12.1989).

Der 48jährige Bäckerssohn Jakob Altmaier entstammte einer jüdischen Familie im hessischen Flörsheim. Er war bereits 1913 in die SPD eingetreten und im 1. Weltkrieg als Frontsoldat schwer verwundet worden. 1919 berichtete er als Korrespondent des "Vorwärts" von den Versailler Friedensverhandlungen. Als Journalist arbeitete Altmaier in den folgenden Jahren für bedeutende sozialdemokratische und linksliberale Blätter im In- und Ausland, so auch für die "Weltbühne", die bedeutendste Wochenschrift der Weimarer Republik. Im April 1933 ging er ins Exil und lebte meist in Paris, aber auch auf dem Balkan. Vor seiner Mitarbeit an Bord der Faithful Friend hatte er im republikanischen Spanien Berichte über den Bürgerkrieg geschrieben.

Der 30jährige Ernst Langendorf kam aus Rottweil im Taunus und war Sohn eines Architekten. Er hatte bereits in den zwanziger Jahren als Reporter für die sozialdemokratische Zeitung "Volksstimme (Frankfurt)" und später dann bei der SPD-Zeitung "Hamburger Echo" gearbeitet, bis dieses Blatt durch die Nationalsozialisten verboten wurde. Auch er emigrierte schon im April 1933 nach Frankreich und änderte seinen Vornamen in Ernest. Er litt in Paris bittere Not, lebte vorübergehend in einer Malerkolonie auf Ibiza und dann nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs in Neapel, um schließlich über die Schweiz wieder nach Frankreich zu gelangen. 1937 war er Mitarbeiter der "Deutschland-Berichte" der SoPaDe in Paris. Die Zeit an Bord des Sendeschiffes zu Beginn des Jahres 1938 erlebte er als Herausforderung und Notwendigkeit zugleich.

Erstmals war der "Sender der Deutschen Freiheitspartei" zu Anfang des Jahres 1938 zu hören (ein genaues Startdatum ist nicht bekannt). Die Stationsansage lautete: "Hier spricht der Sender der Deutschen Freiheitspartei!" Die Sendungen sollten möglichst täglich zu hören sein, normaler Weise von 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr und von 22:00 bis 22:30 Uhr. Falls es die Witterungsbedingungen zuließen, wurden die Programme mehrmals pro Nacht wiederholt. Bei Sturm konnte das Schiff gelegentlich den Hafen nicht verlassen, so dass die Sendungen ausfallen mussten. Man verlas Nachrichten aus aller Welt, vornehmlich aber aus Deutschland. Es folgten politische Kommentare und eine internationale Presseschau, aber auch Aufrufe zum Widerstand gegen das Hitler-Regime. So wollte man die deutsche Bevölkerung über die "wahre Natur der NSDAP" und deren Kriegsabsichten aufklären. Altmaier und Langendorf informierten in den Sendungen ausführlich über die Legion Condor, mit der sich die deutsche Reichsregierung am spanischen Bürgerkrieg beteiligte. Am 13. Januar, dem Jahrestag der Saarabstimmung von 1935, äußerte man sich deutlich zur "gefälschten Volksabstimmung". Nach dem schon erwähnten Lagebericht der Gestapo in Karlsruhe forderte die Radiostation dazu auf, am 10. April 1938 bei der Volksabstimmung zum "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich mit Nein zu stimmen. Im Übrigen erklärte man sich ausdrücklich zum Sprachrohr der Deutschen Freiheitspartei und warb um den Eintritt in diese Partei.

Ein Rückblick. Jahrzehnte später, im April 1976, gab Langendorf im Deutschen Rundfunkarchiv die folgenden, aus dem Englischen zurückübersetzten Erinnerungen an den Sender der Deutschen Freiheitspartei zu Protokoll:

"Der erste Redakteur und Rundfunksprecher an Bord war Jakob Altmaier... Aber schon nach ein paar Tagen schmiss er hin, denn die Arbeits- und Lebensbedingungen auf diesem schmutzigen und primitiven, kohlegetriebenen Schiff war während der Januarstürme insgesamt einfach zu viel für ihn... Mitte Januar erreichte ich Dieppe. Die stürmische See im Januar hatte die ganze Fischflotte in den Hafen gezwungen. Trotzdem fuhren wir am nächsten Nachmittag auf die offene See. Schon nach wenigen Stunden war ich wegen der hohen Wellen bis auf die Haut durchnässt und so seekrank, dass ich ziemlich außer Gefecht war. Bereit zu sterben, suchte ich meine kleine Kabine auf. Der Kapitän fuhr schließlich zurück in den Hafen. Während der Nacht ließ der Sturm nach, und am nächsten Nachmittag war die See dann ziemlich glatt, so dass wir einen neuen Versuch wagten. Diesmal klappte alles. Der niederländische Techniker von Radio Hilversum machte die Sendeanlage startklar (die Elektrizität kam über einen benzingetriebenen Motor). Wir sendeten auf 38,25m im Kurzwellenbereich. Um 19:30 Uhr saß ich vor dem Mikrofon und las die Stationsansage vor: "Hier ist der Sender der Deutschen Freiheitspartei." Dann folgten Nachrichten, eine internationale Presseschau, ein Kommentar und verschiedene informative Programmteile. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten und wurden regelmäßig mit der Stationsansage unterbrochen. Dies schloss die Nennung der Wellenlänge und der Sendezeiten mit ein (täglich von 19:30 bis 20:00 Uhr und von 22:00 bis 22:30 Uhr).

Dies ging ein paar Wochen so weiter, insgesamt 3 Monate (die genauen Zeiten kann ich nicht mehr erinnern). Wegen meiner Seekrankheit mussten die Sendungen einige Male gekürzt oder sogar ganz gestrichen werden. Wir gingen nur an Land, wenn wir Nahrungsmittel oder neue Zeitungen brauchten. Ich übernahm die Nachrichten von deutschen, englischen, französischen und schweizerischen Rundfunkstationen. Die Kommentare habe ich mit Hilfe der Literatur verfasst, die ich mit an Bord gebracht hatte. Immer wenn wir im Hafen waren, telefonierte ich mit Dr. Spiecker in Paris, der mir Informationen, Ratschläge und Anweisungen gab. Und ich versorgte mich dann mit Zeitungen und Zeitschriften."

Zeitweilig soll das Sendeschiff Faithful Friend mehrfach von einem französischen Kriegsschiff beschattet worden sein um zu verhindern, dass man während der Sendungen in nationale französische Gewässer geriet. Die französische Regierung soll deshalb auch Richtpeilungen zur genauen Ortung des Senders veranlasst haben. Die offenbar über die wahre Aufgabe des Schiffes sehr wohl unterrichteten französischen Behörden ließen die Faithful Friend während ihrer Aufenthalte im Hafen unbehelligt.

SdDFP
Deutschlandkarten auf stepmap.de: http://www.stepmap.de/landkarte-deutschland
StepMap SdDFP



In verschiedenen Rundfunkinterviews berichtete Ernst Langendorf ergänzend:

"(Dr. Spiecker) hatte in der Emigration eine kleine Organisation aufgezogen. Sie hieß Deutsche Freiheitspartei, hatte aber eigentlich keinen großen Anhang und bestand praktisch nur auf dem Papier. Dieser Titel "Deutsche Freiheitspartei" wurde praktisch nur für Propagandazwecke gegen das Naziregime benutzt.

Dr. Spiecker hat mich gefragt, ob ich bereit wäre, auf dieses Schiff zu gehen und über diesen Sender Nachrichten und Kommentare in deutscher Sprache für die Bevölkerung in Deutschland zu senden. Das fand ich eine großartige Idee: Etwas zu tun, was Sinn machte, und endlich den Deutschen zu erzählen, was sie sich mit dem Hitler angetan haben und dass dieser Hitler sicher früher oder später einen Krieg beginnen wird, den er verlieren muss. Das war meine Motivation: Etwas zu tun gegen dieses Regime.

Im März 1938 fielen die Deutschen ja in Österreich ein. Hitler besetzte Österreich, und da können Sie sich vorstellen, wie beschäftigt ich war in meinen Radiosendungen, um die internationale Reaktion nach Deutschland über diese Sendungen weiterzugeben aus der internationalen Presse - soweit ich also ihrer habhaft werden konnte.

Wir hatten natürlich keine Nachrichtenredaktion. Ich war der einzige (Redakteur) auf diesem Schiff.

Tagsüber habe ich immer am Radio, an einem Empfangsgerät gesessen und habe Notizen gemacht über Meldungen aus dem englischen, dem französischen, dem Schweizer, dem deutschen Rundfunk. Daraus habe ich dann meine Nachrichtensendung gemacht und bin jeden Abend zweimal eine halbe Stunde am Mikrofon gewesen - erst eine längere Nachrichtensendung. Dann hatte ich immer Zeitungen und Zeitschriften, auch Bücher mitgenommen, habe also Kommentare geschrieben, die ich dann auch selbst verlesen habe.

Ob (der Sender der Deutschen Freiheitspartei) in Deutschland empfangen wurde, das ist sehr schwer feststellbar. Ich weiß nur ganz bestimmt, dass er von der Gestapo abgehört wurde, denn in einem militärhistorischen Archiv in Freiburg gibt es Berichte über eine abgehörte Sendung dieses Senders, der mit vollem Namen darin genannt wurde. Dr. Spiecker (...) hatte Beziehungen auch in den skandinavischen Ländern und hatte seine Freunde dort gebeten sich immer einzustellen, wenn dieser Sender angetreten ist. Er hat sich von ihnen sagen lassen, wie der Empfang ist etc. Aber das sagt natürlich nichts aus über die Hörerschaft in Deutschland, die sicherlich gering gewesen ist."

Ein glimpfliches Ende. Ende 1937 hatte Deutschland knapp 68 Millionen Einwohner. Davon waren etwa 9 Millionen Menschen als Rundfunkteilnehmer registriert. 1938 kamen auf 100 Haushalte erst 49,2 Rundfunkteilnehmer. Jedes Empfangsgerät diente vor allem in den Familien zweifellos mehreren Hörern. Bis 1937/38 hatte die deutsche Rundfunkindustrie etwa 3,4 Millionen "Volksempfänger" produziert, die den Nazis als preiswertes Propagandainstrument zur Beeinflussung der Massen dienten. Die Konstrukteure hatten es gezielt vermieden, den Volksempfänger mit einem Kurzwellenempfangsteil auszurüsten. Die deutschsprachigen Sendungen der BBC waren allerdings auch über Mittelwelle und somit über den Volksempfänger zu hören. Regelmäßig sendete man Bauanleitungen, wie der Volksempfänger zu einem Weltempfänger mit Kurzwellenempfang umgerüstet werden konnte. Anfangs wurden auf den Funkausstellungen Zusatzgeräte für den Volksempfänger präsentiert, darunter auch Kurzwellenvorsätze. Mit Kriegsbeginn am 1. September 1939 war das "Abhören von Feindsendern" durch die "Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen" generell verboten. Doch schon seit 1933 wurden wegen des Empfangs der deutschsprachigen Sendungen aus Moskau mehrfach Zuchthausstrafen wegen der "Vorbereitung zum Hochverrat" erwirkt. Zusammengefasst muss man also realistisch davon ausgehen, dass der "Sender der Deutschen Freiheitspartei" nur wenige Hörer in Deutschland haben konnte. Tatsächlich stammen die einzigen dokumentierten Empfangsbeobachtungen aus dem badischen Raum.

Die letzten Sendungen erfolgten nach etwas mehr als drei Monaten vermutlich in der Nacht vom 11. auf den 12. April 1938. Ernst Langendorf erinnert sich: "Alles ging gut bis Anfang April. An Land rief ich Dr. Spiecker an, der uns anwies im Hafen zu bleiben. Als er schließlich eintraf, erklärte er uns, dass er in Zusammenhang mit Veränderungen in Paris mit Schwierigkeiten für unsere Sendungen rechnete. Seine Kontaktperson im Außenministerium am Quai d'Orsay hatte ihm geraten, möglichst aus nationalen französischen Gewässern zu verschwinden, bis die Situation klarer sei. Nach einigen Diskussionen folgten wir schließlich dem Rat des niederländischen Technikers. Demnach sollten wir möglichst den Hafen von IJmuiden ansteuern."

Die sich im Hafen von Cherbourg befindliche Crew fügte sich der Empfehlung Carl Spieckers und fuhr am 12. April in das niederländische IJmuiden. Langendorf: "Als wir am frühen Morgen anlegten, wurde das Boot von Zollbeamten und dann von einer Schar Hafenpolizisten gründlich inspiziert und kontrolliert." Die Behörden versiegelten die Sendeanlage und kontrollierten die Papiere und Pässe der Besatzungsmitglieder. Langendorf musste mit auf die Wache kommen, wo es zu einer wortlosen Gegenüberstellung mit einem deutschen Beamten kam, der ein NSDAP-Abzeichen an seinem Revers trug. Langendorf: "Er durfte mich besichtigen, richtete aber keine Fragen an mich und verschwand bald wieder." Offensichtlich war zuvor die deutsche Botschaft informiert und eingeschaltet worden.

Das Sendeschiff sorgte sogleich für Spekulationen in zahlreichen niederländischen Zeitungen. So berichtete nicht nur der "Telegraaf" von dem auffallenden alten Fischkutter. Stefan Appelius zitiert die Zeitung in seinem lesenswerten Artikel "Pirat im Widerstand": "Das Seltsame an der ganzen Angelegenheit ist die Tatsache, dass dieser alte, zusammengeflickte Fischdampfer einen brandneuen Radiosender besitzt... Von Zeit zu Zeit kommt ein Besatzungsmitglied aus der Kabine, säubert das Deck oder sieht nur zum Hafen hinüber. Danach verschwindet er lautlos." Besonders eigenartig sei an dem rätselhaften "Heringskutter ohne Fischfanggeräte", dass neben fünf englischen Besatzungsmitgliedern noch ein Deutscher und ein Niederländer als "Passagiere" an Bord seien, die sich zwar ausweisen könnten, ansonsten aber verschwiegen seien. Der auffällige moderne Radiosender (möglicherweise aus Russland stammend) könne vieleicht für politische Propagandasendungen benutzt werden. Andererseits verfüge doch heutzutage fast jedes Schiff über einen Sender...

Auch die englische Daily Mail machte sich so ihre Gedanken. Der Kapitän der Faithful Friend heiße T. Blowers, und in Lowestoft wisse man zu erzählen, dass der Kutter Experimente zum Fischfang mit elektrischen Methoden ausführen solle. Der aus Lowestoft stammende frühere Besitzer Arthur Gilbert habe das Boot vor ungefähr 6 Wochen an einen Franzosen verkauft. Später habe er erfahren, dass die Firma Wessex Drifters Ltd. als neuer Eigentümer registriert worden sei. Die Mannschaft an Bord habe einen Vertrag für 3 Monate erhalten.

Die Sache in IJmuiden ging schließlich glimpflich aus. Langendorf offenbarte sich gegenüber den Niederländern und gab ihnen Einblick in seine Sendemanuskripte. "Es dauerte noch einige Stunden, bis ich wieder ins Büro gerufen wurde, wo mich der Reviervorsteher in ungewöhnlich freundlicher Weise empfing und mir eröffnete, dass man mir alles glaube und ich frei wäre zu gehen." Die Beamten machten ihm aber klar, dass man nur wenige Tage in IJmuiden bleiben könne. Noch am 13. April erhielt das Schiff die Erlaubnis, den Hafen wieder zu verlassen - was dann am 14. April auch geschah, angeblich mit dem Ziel Dünkirchen. Am nächsten Tag fand sich in der Daily Mail ein klassisches Dementi: Alles sei nun doch völlig unauffällig gewesen, so auch die Papiere der Crew sowie der Radiosender, der sich in ähnlicher Form doch auf jedem Trawler finden lasse.

Die Sendeanlage wurde schließlich in einer Lagerhalle in Boulogne-sur-Mer untergebracht, und das Schiff fuhr zurück nach England. Langendorf kehrte am 16. April (Ostersamstag) nach Paris zurück und erfuhr, dass Carl Spiecker inzwischen eine komfortable Motorjacht angeheuert hatte, die ebenfalls in Boulogne-sur-Mer ausgerüstet werden sollte. Bei einer Probefahrt geriet die Jacht dann jedoch in Brand, nachdem in der Kombüse Benzin verschüttet worden war. Das Boot war anschließend ein totales Wrack. Frustriert gab Spiecker daraufhin sein couragiertes Seesenderprojekt auf.

Was weiter geschah. Ein entscheidendes Ziel der Deutschen Freiheitspartei war von Anfang an die Aufklärung der deutschen Bevölkerung über die Kriegsabsichten Hitlers. Nach Ausbruch des Krieges hatten sich alle Voraussagen und Befürchtungen bewahrheitet. Spiecker wollte jedoch den Kampf nicht aufgeben. Die Deutsche Freiheitspartei existierte noch bis Anfang 1941, eine offizielle Auflösung gab es aber nie. Spiecker und sein Mitstreiter Hans Albert Kluthe meldeten sich in der Zeit vom 16. Mai 1940 bis zum 15. März 1941 nochmals über einen Radiosender, der nunmehr aber auf britischem Boden stand - in Woburn bei Bletchley, nordwestlich von London. Die Zwei-Personen-Redaktion der beiden Männer verfügte aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch schlechten Organisationsstruktur der britischen Propaganda über eine erstaunliche journalistische Unabhängigkeit. Die in der Literatur oft als "Freiheitssender" bezeichnete Rundfunkstation meldete jeweils mit der Ansage "Hier spricht Deutschland auf der Welle 30,2..." und sendete über die Kurzwelle zwischen 30,2 und 30,6m. Spiecker und Kluthe wollten nunmehr eine national-konservativ eingestellte Hörergruppe ansprechen, da es einem "echten Deutschen unmöglich sein (müsste) ein Nazi zu sein." Es handelte sich bei der Station um den ersten von zahlreichen britischen Tarnsendern, auch "graue" Sender genannt. So fungierte man weder als offiziell britisch noch bezeichnete man sich als illegale deutsche Radiostation.

Im Juni 1941 fuhr Carl Spiecker aus nicht ganz geklärten Gründen nach Kanada. Er kehrte nach Kriegsende noch 1945 nach Deutschland zurück und beteiligte sich maßgeblich an der Neugründung der Zentrumspartei. Im Dezember 1948 wurde Spiecker zum Bundesvorsitzenden des Zentrums gewählt. Da er jedoch die Fusion von Zentrum und CDU betrieb, musste er zwei Monate später zurücktreten und wurde aus der Partei ausgeschlossen. Spiecker trat daraufhin der CDU bei. Von September 1949 bis zu seinem Tod im November 1953 war Carl Spiecker als nordrhein-westfälischer Landesminister Bevollmächtigter des Landes beim Bund.

Jakob Altmaier verlor 30 seiner Verwandten in den Konzentrationslagern des Naziregimes. Er war einer der wenigen jüdischen Emigranten, die nach dem Ende des Terrors nach Deutschland zurückkehrten. Von 1949 bis zu seinem Tod im Jahre 1963 gehörte als SPD-Abgeordneter fast 14 Jahre dem Deutschen Bundestag an. Er gilt als Wegbereiter des Luxemburger Wiedergutmachungsabkommens zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland von 1952.

Ernest Langendorf lebte ab 1941 in den USA. 1942 trat er in die US-Armee ein, so dass er die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Mit dem Vormarsch der amerikanischen Truppen kam Ernst Langendorf im Frühjahr 1945 als amerikanischer Soldat nach München. Er fungierte vor allem als Dolmetscher und Spezialist für psychologische Kriegsführung. Am 30. April 1945 stieß er mit seinem Jeep zum Münchner Marienplatz vor, noch ehe die 42. Infanteriedivision „Rainbow“ die Stadt besetzte. Im Juni 1946 wurde Langendorf als Presseoffizier des Office of Military Government US for Bavaria mit der Lizensierung von Zeitungen betraut. Er hob in der Folgezeit 25 Presseorgane aus der Taufe, so auch die Süddeutsche Zeitung. Ab 1953 arbeitete Langendorf als Pressechef von Radio Free Europe in München und 20 Jahre lang als Leiter der Abteilung „Deutsche Angelegenheiten" dieser US-amerikanischen Radiostation. Bis zu seinem Tod 1989 war Langendorf einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Internationalen PresseClubs München.
 



Verwendete Quellen:

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Bouvier, Beatrix: Die Deutsche Freiheitspartei (DFP): Ein Beitrag zur Geschichte der Opposition gegen den Nationalsozialismus. Frankfurt, Dissertation, 1972.

Langendorf, Ernst: Der Sender der Deutschen Freiheitspartei, in: "Widerstand im Rundfunk" (Das Politische Forum, Hessischer Rundfunk, 1985).

Langendorf, Ernst: Im Gespräch mit Leonhard Reinisch, in "Nachtstudio" (Bayerischer Rundfunk, 1988).

Langendorf, Ernst, und Wulffius, Georg: In München fing's an. Olzog, München 1985.

Hensle, Michael P.: Rundfunkverbrechen. Das Hören von "Feindsendern" im Nationalsozialismus. Metropol-Verlag. Berlin 2002.

Jolly, Stephen: Ungentlemanly Warfare: A Reassessment of British Black Propaganda Operations 1941-1945. Falling Leaf: The Journal of the Psywar Society, 171, 148-156; 172, 23-37 (2001).

Langkau-Alex, Ursula: Deutsche Volksfront 1932-1939. Zwischen Berlin, Paris, Prag und Moskau. Band 2: Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront. Akademie Verlag, Berlin 2005.

Langkau-Alex, Ursula: Deutsche Volksfront 1932-1939. Zwischen Berlin, Paris, Prag und Moskau. Band 3: Dokumente zur Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront, Chronik und Verzeichnisse. Akademie Verlag, Berlin 2005.

Marßolek, Inge; von Saldern, Adelheid (Hg.): Zuhören und Gehörtwerden Band 1. Radio im Nationalsozialismus. Zwischen Lenkung und Ablenkung. Tübingen, edition diskord 1998.

Moß, Christoph: Jakob Altmaier - Ein jüdischer Sozialdemokrat in Deutschland (1889-1963). Böhlau, Köln 2003.

Pütter, Conrad: Rundfunk gegen das Dritte Reich. Deutschsprachige Rundfunkaktivitäten im Exil 1933-1945. Ein Handbuch. Rundfunkstudien, Band 3. ISBN: 9783598104701. K. G. Saur Verlag 1986.

Pufendorf, Astrid von: Otto Klepper (1888 - 1957) - Deutscher Patriot und Weltbürger. Oldenbourg, München 1997.

Sarkowicz, Hans (Hg.): Radio unterm Hakenkreuz. Die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. 2 CDs. Produktion: Hessischer Rundfunk 2004. Deutsche Grammophon. 06024 9819538 (3). ISBN 3-8291-1448-8.

Schadt, Jörg (Bearb.): Verfolgung und Widerstand unter dem Nationalsozialismus in Baden. Die Lageberichte der Gestapo und des Generalstaatsanwalts Karlsruhe 1933-1940. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Mannheim. Band 3. Kohlhammer. Stuttgart 1976. ISBN 3-17-001842-6.

Stephan, Frédéric: Die Europavorstellungen im deutschen und französischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1933/40 bis 1945. Stuttgart, Dissertation, 2002.

Watt, Donald Cameron: The Sender der deutschen Freiheitspartei: A first step in the British radio war against Nazi Germany?, in: Intelligence & National Security, vol. 6, no. 3, pp. 621-626, July 1991.

 


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